Bowling Übersicht

Spielregeln

Gespielt wird über zehn Durchgänge, die Frames. Ziel des Spieles ist es, in jedem Frame möglichst alle zehn Pins auf dem vom Spieler entfernten Ende der Bahn umzuwerfen. Hierzu hat der Spieler zwei Würfe (mancherorts auch: Schub oder Schmeiße) mit dem Bowlingball, der von Laien gern Bowlingkugel genannt wird. Der Ball wird über die Lauffläche auf die zehn (statt, wie beim Kegeln, neun) Pins zugerollt. Sollten nach dem ersten Wurf noch Pins übrig bleiben, absolviert der Spieler den zweiten Wurf.

Bleiben nach dem ersten Wurf zwei auseinander stehende Pins ohne den 1er Pin stehen wie z. B. die Pins 7 und 10, so spricht man von einem Split (hier auch 7-10er Split genannt). Werden beim ersten Wurf alle Pins abgeräumt, spricht man von einem Strike, fallen die letzten Pins erst mit dem zweiten Wurf, ist das ein Spare. Zwei Strikes in Folge heißen Double und drei Turkey. Für die Punkte werden pro Frame die umgeworfenen Pins gezählt. Bei einem Spare werden zusätzlich zu den 10 Punkten (für 10 Pins) auch die Punkte des nächsten Wurfs gezählt, die höchste erreichbare Punktzahl ist hierfür also 20. Beim Strike werden sogar die nächsten zwei Würfe mitgezählt, sodass sich die Höchstpunktzahl je Frame auf 30 erhöht. Wird im letzten Frame ein Spare erzielt, darf noch ein dritter Ball geworfen werden, um das Ergebnis zu ermitteln. Wird ein Strike geworfen, folgen noch zwei Extrawürfe. Das höchste zu erreichende Ergebnis sind damit 300 Pins (perfektes Spiel), das heißt 12 Strikes in Folge in einem Spiel.

Spielweise

Bowling hat nichts mit Kraft zu tun. Die einzige Kraft, die der Ball mitbekommt, ist die aus der Pendelbewegung vor dem Loslassen des Balles. Schaut man nicht auf die Pins (die sind ziemlich weit weg!) sondern auf die Pfeile, die sich im ersten Drittel der Bahn befinden, erhöht dies die Genauigkeit. Ein Anfänger mit einem geraden Wurf (ohne Haken!) sollte versuchen, über den mittleren Pfeil zu werfen. Wichtig ist, dass man sich bereits bei der Aufstellung zum Wurf immer auf den gleichen Punkt stellt. Nur so bekommt man Konstanz in den Wurf.

Fortgeschrittene Bowler geben dem Ball eine seitliche Rotation, wodurch er einen Bogen oder Haken schlägt. Läuft der Ball schräg zwischen dem ersten und einem der beiden dahinter stehenden Pins ein, erhöht dies die Chance auf einen Strike gegenüber dem frontalen Einschlag eines geraden Laufes. Die Veränderung des Einschlagwinkels durch einen Bogen oder Haken lässt den Ball auf ideale Weise durch die Pins laufen: Bei einem mustergültigen Strike läuft der Ball (bei Rechtshändern) zwischen Pin 1 und 3 ein und erreicht danach Pin 5, der seinerseits die 8 trifft. Von der 5 abgelenkt trifft der Ball Pin 9. Die zuerst getroffenen Pins 1 und 3 fallen zur Seite. Pin 1 fällt auf die 2, diese auf die 4 und die 4 trifft die 7. Pin 3 räumt auf gleiche Weise 6 und 10 ab. Ohne Rotation und bei flacherem Winkel ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Ball nach der Ablenkung durch Pin 1 die 5 nicht mehr erreicht, die 8 bleibt ebenfalls stehen. Durch einen minimal schlechteren Winkel kann auch passieren, das die Kettenreaktion an den Seiten nicht vollendet wird. Dann bleiben Pin 7 oder 10 (im schlimmsten Fall beide) stehen. Auch wenn der Ball zu frontal auf die 1 trifft, ist eine Kettenreaktion zu den Seiten Glücksache, was oft unräumbare Splits zur Folge hat.

Üblicherweise stecken die beiden mittleren Finger und der Daumen in den drei Löchern, bei Fortgeschrittenen oft nur die Fingerkuppen. Die Löcher sind entsprechend weiter auseinander gebohrt. Stecken nur die Fingerkuppen in den Löchern, ist eine Rotation eher realisierbar und leichter zu kontrollieren. Der Ball wird seitlich in etwa in Handshake-Position losgelassen, das erzeugt bei einem Rechtshänder einen Linksdrall. Folglich ist das Ziel zwischen Pin 1 und 3 anzuvisieren. Der nach rechts rotierende Ball eines Linkshänders hat die Gasse zwischen Pin 1 und 2 zum Ziel.

Da der Profi ebenfalls auf die dreieckigen Pfeile zielt, sucht er einen Pfeil weiter seitlich, um die Rotation einzubeziehen. Ein Rechtshänder wird einen der drei Pfeile auf der rechten Hälfte wählen und alle Würfe darüber laufen lassen. Einen gänzlich anderen Pfeil zur Korrektur wird er nicht (oder nur, wenn die Bahnbeschaffenheit es unumgänglich macht) nehmen, sondern üblicherweise die Grundposition verändern. Dafür sind Markierungen im Anlaufteil der Bahn nützlich. Von diesen Punkten aus werden die einzelnen Leisten abgezählt. Auch die meisten Würfe auf die stehen gebliebenen Pins werden in dieser Weise absolviert.

Die Pins

Die Pins sind als gleichseitiges Dreieck mit einer Kantenlänge von 36 Inch angeordnet; eine Spitze des Dreiecks zeigt zum Spieler. Ein Pin besteht entweder aus einem Holzkern, der mit Kunststoff ummantelt ist oder er besteht vollständig aus Kunststoff. Die Pins sind von eins bis zehn von vorne nach hinten rechts durchnummeriert: Ganz vorn steht Pin Nr.1, dahinter die Pins 2 und 3, in der dritten Reihe die Pins 4, 5 und 6 und in der letzten Reihe die Pins 7, 8, 9 und 10. Ein Pin ist 15 Inch hoch und hat einen Durchmesser von 4,75 Inch. Damit beträgt der Umfang ebenfalls 15 Inch. Die Masse liegt zwischen 3lbs 6 oz und 3lbs 10oz.

Der Ball

Der Bowlingball besteht aus Kunststoff und hat in der Regel drei Löcher (zwei Finger- und ein Daumenloch) zum Festhalten. Im Sportbowling ist auch die Verwendung von Bällen mit bis zu fünf Löchern üblich, wobei eines, das sogenannte Ausgleichsloch, dazu benutzt wird, um den Schwerpunkt des Bowlingballes zu manipulieren. Die Masse eines Bowlingballs liegt zwischen 6 und 16 lbs. In einer Bowlinganlage liegen entsprechend beschriftete Bälle in Regalen und man kann sich bedienen. Diese sogenannten Hausbälle bestehen aus Polyester. Beim Sportbowling benutzt man noch verschiedene andere Spezialkunststoffe bzw. -gemische, die allgemein weicher und poröser sind und mit denen auch sog. Hakenwürfe leichter ausgeführt werden können.

lbs (Pfund) Kilogramm
6 2,7 kg
7 3,2 kg
8 3,6 kg
9 4,0 kg
10 4,5 kg
11 5,0 kg
12 5,4 kg
13 5,9 kg
14 6,4 kg
15 6,8 kg
16 7,4 kg

Die Bahn

Die Bowlingbahn besteht aus lackiertem Holz oder aus Kunststoff. Üblicherweise wird sie regelmäßig mit einem dünnen Ölfilm überzogen. Das letzte Drittel der Bahn ist trocken. Bei einem Hakenball sorgt das Öl dafür, dass die Seitenrotation erst kurz vor den Pins Wirkung zeigt. Wäre die Bahn gänzlich ungeölt, würde jede Rotation den Ball unmittelbar in die Rinne befördern. Fortgeschrittene Spieler besitzen mehrere Bälle unterschiedlicher Härte, um sich auf die wechselnden Bedingungen durch mehr oder weniger Öl und die unterschiedliche Beschaffenheit (Holz oder Kunststoff) anzupassen.

Die Bahn wird in folgende Bereiche eingeteilt:
Anlauf
der Bereich in dem sich die Spieler bewegen, um ihren Wurf durchzuführen
Foulline
eine (meist) schwarze Linie, die Anlauf und Lauffläche voneinander abgrenzt. Zusätzlich ist diese durch eine Lichtschranke mit dem Computer verbunden. Wird diese ausgelöst, so wird für den Wurf ein F (Foul) eingetragen, die gefallenen Pins zählen nicht.
Lauffläche
der 60 Fuß lange Bereich zwischen Anlauf und Pindeck. Dieser Bereich wird normalerweise von den Spielern nicht betreten. Der Ball durchläuft diesen Bereich auf seinem Weg zu den auf dem Pindeck stehenden Pins. Die Lauffläche ist geölt um in erster Linie den Bahnenbelag zu schützen. Die Ölung macht aber auch für Sportler den Reiz des Spielens aus, da die Ölung ein mehr oder weniger anspruchsvolles Spielen des Bowlingballs verlangt. Die Lauffläche ist wiederum unterteilt in drei jeweils 20 Fuß lange Bereiche, die Heads, die Pines und das Backend.
Pindeck
der Bereich, in dem die Pins stehen
Rinne (Gutter)
die tieferliegenden Bereichen rechts und links neben Lauffläche und Pindeck.